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Fronleichnam - was feiern wir?

60 Tage nach Ostern, in diesem Jahr am 15. Juni, feiern die katholischen Christen auf der ganzen Welt Fronleichnam. Mit diesem Fest, das in der Liturgie „Hochfest des Leibes und Blutes Christi“ genannt wird, verehrt die katholische Kirche die leibliche Gegenwart Jesu Christi im Sakrament der Eucharistie. Im Bistum Augsburg hat das Fest eine besonders lange Tradition: Bereits 1286 fand hier die erste Fronleichnamsprozession in Bayern statt. Der Begriff Fronleichnam leitet sich vom mittelhochdeutschen vrônlîcham, des Herren Leib‘, ab (vrôn ‚was den geistlichen oder weltlichen Herrn betrifft‘ und lîcham ‚der Leib‘).

2012 06 07 Pfarreiengemeinschaft unterwegs

 

60 Tage nach Ostern, in diesem Jahr am 4. Juni, feiern die katholischen Christen auf der ganzen Welt Fronleichnam. Mit diesem Fest, das in der Liturgie „Hochfest des Leibes und Blutes Christi“ genannt wird, verehrt die katholische Kirche die leibliche Gegenwart Jesu Christi im Sakrament der Eucharistie. Im Bistum Augsburg hat das Fest eine besonders lange Tradition: Bereits 1286 fand hier die erste Fronleichnamsprozession in Bayern statt.

Der Begriff Fronleichnam leitet sich vom mittelhochdeutschen vrônlîcham, ‚des Herren Leib‘, ab (vrôn ‚was den geistlichen oder weltlichen Herrn betrifft‘ und lîcham ‚der Leib‘).

Gleich doppelt steht die Eucharistie im Mittelpunkt des Festes: Die liturgischen Texte des Tages beziehen sich in besonderer Weise auf das Geheimnis der Eucharistie, die in der Kirche gefeiert wird. Mit der anschließenden Prozession, in der die geweihte Hostie in einer Monstranz mitgetragen wird, wird Christus gleichsam in die Welt hineingetragen, um sie zu segnen. Die Prozession ist zugleich ein Bild des „wandernden Volkes Gottes“ mit Christus in seiner Mitte und eindrückliches Zeugnis des Glaubens an die Gegenwart Christi im konsekrierten Brot.

Das Fest der leiblichen Gegenwart Christi im Altarsakrament wurde erstmals 1246 im Bistum Lüttich gefeiert und im Jahr 1264 von Papst Urban IV. zum Fest der Gesamtkirche erhoben. Die Schaffung des Festes geht auf eine Vision der heiliggesprochenen Augustiner-Chorfrau Juliana von Lüttich im Jahre 1209 zurück. Sie habe in einer Vision den Vollmond gesehen, der an einer Stelle verdunkelt war: Der dunkle Fleck bedeute das Fehlen eines Festes zu Ehren der Eucharistie in der Kirche.

Da wir glauben, dass in der Heiligen Messe die eucharistischen Gestalten von Brot und Wein durch die im Heiligen Geist erfolgende Wandlung wahrhaft zum Leib und Blut Christi werden und Christus darin gegenwärtig ist und bleibt, ist eine eucharistische Verehrung folgerichtig. Die erste Fronleichnamsprozession in Bayern fand übrigens 1286 in Benediktbeuern statt. Ihren Höhepunkt an festlicher Ausgestaltung erreichte die Fronleichnamsprozession im 15. und 16. Jahrhundert, wo in geistlichen Prozessionsspielen Themen aus der Heilsgeschichte inszeniert wurden.

Noch heute wird während der Fronleichnamsprozession an vier Altären im Freien eine Statio gehalten: Es werden die Anfänge der vier Evangelien in alle vier Himmelsrichtungen gesungen, um deutlich zu machen, dass die Frohe Botschaft der ganzen Welt gilt. Nach Fürbitten  erfolgt jeweils der sakramentale Segen.

Thomas von Aquin hat 1263/64 den eindrucksvollen eucharistischen Hymnus ‚Pane, lingua, glorioso‘ verfasst, der sich im Gotteslob unter Nr. 494 findet. Meist wird er in der deutschen Übersetzung gesungen (GL Nr. 493):

Zunge, künde das Geheimnis: Christi Leib in Herrlichkeit,

Unser König hat vergossen Blut, das alle Welt befreit.

Er, die Frucht des edlen Schoßes herrschet bis in Ewigkeit.

 

Uns gegeben, uns geboren, ward er einer Jungfrau Kind,

streute aus die Saat des Wortes denen, die auf Erden sind,

bis am Ende seines Wirkens Staunenswertes er beginnt:

 

In der Nacht beim letzten Mahle saß er in der Brüder Schar.

Als nach Weisung des Gesetzes nun das Mahl zu essen war,

gibt der Herr mit eig'nen Händen sich den Zwölf zur Speise dar.

 

Wort ist wahres Fleisch geworden: Brot kann wahres Fleisch nun sein.

In der Kraft desselben Wortes wird zu Christi Blut der Wein.

Ist's den Sinnen auch verborgen, stärkt uns doch der Glaub' allein.

 

Lasst uns also dieses Zeichen hingestreckt nun beten an.

Altes Vorbild möge weichen, da der neue Brauch begann. W

as die Sinne nicht begreifen, nehme doch der Glaube an.

 

Gott dem Vater und dem Sohne sei der Lobgesang geweiht,

Freudenruf und Jubellieder, Ruhm und Segen allezeit,

und zugleich dem Heil'gen Geiste Ehre, Preis und Herrlichkeit!

 

Quelle: Bistum Augsburg