Altes lassen – Neues wagen

Männerwallfahrt setzt starkes Zeichen zum Jahreswechsel

Bild von Jonas Holland

Aystetten – Unter dem Leitwort „Altes lassen – Neues wagen“ machten sich am Abend des 27. Dezember 2025 insgesamt 16 Männer auf den Weg zu einer besonderen Wallfahrt, die von Besinnung, Gemeinschaft und einem eindrucksvollen Symbol geprägt war. Startpunkt war um 18:30 Uhr das Haus Sankt Martin in Aystetten. In einer kurzen Gesprächsrunde lernten sich die Teilnehmer zunächst besser kennen und tauschten sich darüber aus, aus welchen Gemeinden sie gekommen waren. Einleitende Worte und ein gemeinsamer Sendungssegen stellten die Wallfahrt unter Gottes Schutz und gaben den geistlichen Rahmen für den Abend vor. Das erste Wegstück diente bewusst dem Kennenlernen, bevor der rund drei Kilometer lange Wallfahrtsweg über stille Waldwege zum sogenannten „Blutigen Herrgott“ führte – einer Waldlichtung, in den dichten Wäldern zwischen Aystetten und Adelsried.

Unterwegs luden drei Stationen mit Wegimpulsen zum Nachdenken ein. Sie standen unter dem gemeinsamen Thema „Mut zum Wesentlichen“ und griffen folgende Fragen auf:

  • Was bindet mich unnötig?
  • Was trägt in Krisen wirklich?
  • Was soll im nächsten Jahr unübersehbar wichtig werden?

Am Ziel angekommen, erwartete die Männer ein großes Feuer, das von der Freiwilligen Feuerwehr Aystetten entzündet worden war. Die Feuerwehr – überwiegend Mitglieder der Jugendfeuerwehr – reihten sich in den Kreis der Wallfahrer ein und nahmen auch am gemeinsamen Gebet teil. So standen Wallfahrer und Feuerwehrleute betend um das Feuer und bildeten einen beeindruckenden Kreis der Verbundenheit über Generationen hinweg. Während des Weges hatten die Teilnehmer kleine Holzstücke mitgetragen. Gedanklich wurde alles Belastende und Negative des vergangenen Jahres in diese Holzstücke gelegt. Am Blutigen Herrgott wurden sie dem Feuer übergeben – als Zeichen dafür, dass das Schwere und Dunkle in Licht und Wärme verwandelt werden möge. Diese Symbolik fand großen Zuspruch, auch bei den jungen Feuerwehrleuten, die sich aktiv an den Gebeten beteiligten. Das geistliche Fazit und zugleich der Vorsatz für das neue Jahr wurde mit einem Wort Jesu zusammengefasst:

„Sucht zuerst das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit; dann wird euch alles andere dazugegeben.“

Denn was im Leben an erster Stelle steht, bestimmt alles andere: unsere Zeit, unsere Kraft und unsere Entscheidungen. Wer alles gleich wichtig nimmt, verliert den Blick für das Entscheidende. Jesus ermutigt, die Sorgen zu ordnen und dem Wesentlichen, also Gott dem Vater, Vorrang zu geben – ein Weg, der Mut und Vertrauen erfordert.

Bild von Jonas Holland

Gegen 20:30 Uhr kehrten die Männer ins Haus Sankt Martin zurück. Im Blauen Saal wurde zunächst der mitgebrachte Wein gesegnet. Der 27. Dezember ist der Gedenktag des Apostels Johannes, an dem nach alter Tradition der Johanneswein gesegnet wird. Bei der anschließenden Verkostung wurde der überlieferte Trinkspruch gesprochen: „Trinket die Liebe des Johannes.“ Eine warme Suppe und eine Brotzeit vom Buffet rundeten den Abend ab. Auch die Feuerwehrleute schlossen sich nach dem Löschen der Feuerstelle und dem Wiederherstellen des Platzes der Gemeinschaft an. In herzlicher Atmosphäre klang der Abend aus. Mit Dankbarkeit und besten Wünschen für das kommende Jahr verabschiedeten sich die Männer im Laufe des Abends – nicht ohne den ausdrücklichen Wunsch, diese Wallfahrt im nächsten Jahr zu wiederholen. Ein besonderer Dank gilt allen Mitwirkenden, der Freiwilligen Feuerwehr Aystetten, sowie den Teilnehmern, die dieses Angebot angenommen und mit Leben gefüllt haben.

Euer Männerteam der PG-Neusäß

Bericht: Claus Schregle